Ich glaube, ich hatte es schonmal erwähnt, dass Argentinien keine Münzen hat – oder doch: Ich hatte in Buenos Aires das Vergnügen, mich mit jemandem vom Innenministerium zu unterhalten und der sagte mir, dass das es grundsätzlich genügend Münzen geben müsste, aber zwei Faktoren spielen dagegen. Zum einen, dass der gesamte Busverkehr in Buenos Aires mit Münzen bezahlt wird und somit die Bürger, damit sie zur Arbeit kommen, selbige horten. Der zweite Grund ist, dass tüchtige Nichtregierungsorganisationen ein Geschäft darin sahen, Münzen zu sammel bzw. aus dem Verkehr zu ziehen. Das Ziel waren Lagerhäuser voller Münzen. Die Geschäfte konnten nicht mehr wechseln und der ÖPNV lag beinahe lam. Anschliessend gingen diese Organisationen her und boten den Kaufleuten an, Münzen zu einem Mehrpreis von 30% wechseln zu können. Die Regierung hat wohl mittlerweile Gegenmassnahmen ergriffen, aber davon ist bislang nur was in der Hauptstadt zu spüren, wo man max. 20 Pesos pro Person und Tag tauschen darf. Im übrigen Land wird man noch um seine persönliche Münzsammlung beneidet. Teilweise weigern sich sogar Kioskbesitzer etwas zu verkaufen, wenn man sein Wechselgeld nicht hergeben mag, weil man es an anderer Stelle benötigt.
Münzprobleme
07. März 2010Pillen gekauft
06. März 2010Ich lag die letzten Tage mit Magen-Darm-Irgendwas im Bett und hab nichts gemacht, ausser mir Pillen in der Apotheke zu holen. Einzig interessant war, dass die Kohletabletten hier direkt an der Kasse aus dem Krankenhauspack verkauft werden – also ohne teure Umverpackung. 10 Stück für 3,75 Pesos. Machen sie übrigens mit vielen “Standard”-Medikamenten. Damit kann man dann auch statt immer gleich 50 kaufen zu müssen einen “Reiter” mit 10 kaufen. Wenn man mehr braucht, hat man nen Grund wiederzukommen und ansonsten spart man viel Geld, weil man die zuvielgekauften Pillen nicht nach 2 Jahren wegwerfen muss.
Cosquinrock
03. März 2010Ich war da – wie schon im November angekündigt. Ein Festival auf dem Dorf. Es kamen jeden Tag so um die 30.000 Besucher und es spielten als Headliner Sepultura, Attaque 77 und Die Toten Hosen. Dann fing es an zu regnen. Erinnerungen an Rock am Ring kamen hoch. Der Platz verwandelte sich in ein grosses Matschloch. Trotzdem war es ganz amüsant, ausser der Tatsache, dass sie mir mein Portemonaie und mein Telefon auf dem Konzert geklaut haben. War ganz einfach: Man drückt die Fans mit mehreren Leuten von hinten an die Bühne und einer packt in die Taschen und leert diese. Ohne dass man wirklich gesehen wird. Ist ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern. Zum Glück hatte ich meinen Foto in dem Moment in der Hand.
Zum Trost hab ein paar Bilder und ein Video gemacht.
Bilder:
- Die Hauptbühne
- Der Sponsorenluftballon – wurde die ganze Nacht immer angefeuert und leuchtete ganz toll
- Attaque 77 – berühmte Rockband aus Argentinien
- Die Toten Hosen
Video:
Eisgekühlter Bommerlunder – 40 MB – Divx – zB mit VLC Player
Attaque 77 Hörprobe:
Attaque 77 – Album Estallar – Lied Dias de desempleo
mein Spendenaufruf vom Oktober
28. Februar 2010Ich hatte Anfang Oktober mal dazu aufgerufen, was gegen die Armut zu spenden. Mittlerweile habe ich einen halbwegs guten Überblick vom Land und wo Geld steckt. Argentinien hat zwar Landesteile, die nicht wirklich reich sind, aber dennoch das nötigste zum Leben haben. Generell würde ich sagen, dass die Provinz Jujuy im Norden zu den ärmsten gehört – aber auch zu den fleissigsten. Bolivien dagegen ist noch ärmer, aber auch hier arbeiten die Menschen hart, um an ihr Brot zu kommen.
Die grundsätzliche Gefahr beim Spenden besteht aber darin, dass die Menschen in Südamerika dazu geneigt sind, darauf zu hoffen, dass die Reichen des Nordens der Welt schon ein wenig Geld überweisen werden, so dass man weniger arbeiten muss. Der gemeine städtische Argentinier meint nämlich, dass wenn man eine Stelle mit 15 Stunden in der Woche hat, noch genügend Zeit zu Leben verbleibt. So verhält es sich auch in den anderen Ländern.
Tendenziell kann ich also nicht empfehlen teure Infrastrukturprojekte zu unterstützen, sondern vielmehr die Projekte, die Hilfe zu Selbsthilfe geben. So habe ich bei Misereor Projekte gesehen, die 50.000 Euro für den Kauf von Beamer und Ausstattung benötigen – dies ist meines Erachtens herausgeschmissenes Geld, besonders weil die Sachen hier zwar teuer sind, aber man braucht ja keine Businessausstattung im Gemeindezentrum. Auch eine Zeitung, die jeden Monat einen Verlust von 20.000 Euro einfährt ist sehr bedenkenswert – das sind 100.000 Pesos oder die Gehälter von knapp 40 Familien für einen Monat. Was macht eine solche Zeitung, dass sie derartige Verluste einfährt?!
Die eigentliche Frage ist nun, was man unterstützen soll?:
Ich würde dazu neigen, die Jugendarbeit zu unterstützen, da für diese auch in Deutschland wenig Geld vorhanden ist. Ausbildung kann ich auch unterstützen, da dies langfristig zu mehr Erfolg führt, als die Menschen durchzufüttern. Von den Hauptstädten und Provinzhaupstädten kann man getrost Abstand nehmen, da dort generell Geld vorhanden ist. Das Geld muss auf die Dörfer fliessen.
Wenn Ihr noch Fragen zu dem Thema habt, könnt Ihr gerne kommentieren, ich versuche dann Details ein wenig deutlicher Auszudrücken.
nachgereicht: Buenos Aires / Cementerio de la Recoleta
26. Februar 2010Auf dem berühmten Friedhof von Buenos Aires liegen alle hohen Persönlichkeiten des Landes und warten, dass sie von Würmern aufgefressen werden. Die dazugehörigen Grabstätten sind aber das eigentliche, weswegen täglich grosse Mengen an Touristen an diesen Ort strömen um sich von Führern Erläuterungen zu den Grabstätten geben lassen. Ich habe mir das gespart und einfach nur mal ein paar Bilder geschosssen. Deswegen kann ich Euch auch nicht wirklich sagen, was ihr dort seht!
Aber Eindrucksvoll sind die bis zu 7 oder 8 m hohen Mausuleen trotzdem.
Quebrada de Condoritos
24. Februar 2010Dienstag hab ich einen Ausflug in den Nationalpark in der Nähe von Córdoba unternommen. Ziel waren die dort lebenden Condore. Nach zwei Stunden Busfahrt waren wir auf 2000m Höhe angekommen und mussten erstmal 12 km zur Schlucht laufen, in dem die Vögel normalerweise herumsegeln. Auf der einen Seite waren so gut wie keine zu sehen, dementsprechend gab es die Möglichkeit auf die andere Seite zu wandern und dabei 250 Höhenmeter zu überwinden. Zur Belohnung gab es dann die Condore, die bis zu 5 m über uns hinwegflogen. Es ist schon richtig beeindruckend, wenn sich ein 3m Spannweite Vogel lautlos über einen hinwegsegelt und beim Anblick der unter ihm liegenden Salami ins straucheln kommt.
Leider ist meine kleine Kamera zu langsam für solche Anblicke und so hoffe ich noch das ein oder andere Bild von einem der SLR-Kamera-Besitzer ergattern zu können. (wird dann nachgereicht) —> Hab’ ich bekommen, die Bilder schliessen sich an. Danke an Max aus London.
Nach einer knapp 30 km Wanderung war ich dann abends auch nicht mehr wirklich in der Lage, noch meine Beine zu heben. Total geschafft. Einen grossen Respekt vor allen Jakobswegwanderern.
Hier jedenfalls meine ersten Eindrücke von den Viechern und der Umgebung:
- Der Eingang zum Park
- Könnt ihr den Schatten vom Condor erkennen?!
- hier lebten wohl früher schon Menschen mit grossen Füssen
- Blick in die Schlucht von oben
- rechts am Rand ist der Condor zu erkennen (Bild ganz laden)
- an der linken Seite sitzt ein Jungvogel und übt das Flügelschlagen
- Achtung vor den Pumas und den Schlangen (oder liebe Eltern: lasst eure Kinder nicht überall herumturnen)
Museo Malba
22. Februar 2010Ins Museum Malba – hier gibt es moderne Kunst – wollte ich eigentlich an einem Sonntag dort hinein. Als ich um 16.00 Uhr dort ankam lachte mich eine knapp 50m lange Warteschlange an – nichts im Vergleich zum Mittwoch, wenn dort knapp 200m Leute darauf hoffen, am Tag des kostenlosen Eintritts das Museum zu besuchen, aber ich rechnet mir aus, dass ich knapp drei Stunden anstehen müsste und verschob meinen Kulturnachmittag. Montag hatte ich dann Glück und hatte das Museum fast für mich alleine. Es gab eine Andy Warhol Ausstellung. Ganz nett, aber nicht so wirklich interessant. Aber das Foto hier hat genau meinen Geschmack getroffen: So fühl ich mich hier ganz häufig in Südamerika.
Parque Japonese en Buenos Aires
22. Februar 2010Entgegen meiner Erwartungen hab ich in Buenos Aires dann doch noch einiges Entdeckt, was ich noch nicht kannte – den Japanischen Park. Gut gepflegt zwischen Palermo und dem Fluss liegt er in einem grösseren Parkgebiet.
Skyline von Buenos Aires
22. Februar 2010Mit der Fährfahrt von Uruguay nach Buenos Aires gab es auch gleich mal die Skyline von Buenos Aires zu sehen. Interessanterweise sind die vielen Hochhäuser überwiegend Wohnhäuser. Büros sind überwiegend am Hafen in Buenos Aires. Hochhäuser haben hier den Vorteil, dass man normalerweise seine Wohnung nicht in der stickigen Stadt hat und unten am Eingang durch einen Sicherheitsdienst / Pförtner auch entsprechender Einbruchsschutz gewährleistet werden kann.
Bin nicht zu schreiben gekommen
22. Februar 2010Ich bin in den letzten Tagen nicht zum Schreiben gekommen, deswegen gibts jetzt mal ganz viele Artikel.
Carneval in Colonia del Sacramento
22. Februar 2010Carneval muss nicht immer nur feiern und tanzen heissen und so gab in Colonia abends Theater (danke an Peter Meixner). Nunca mas sangen und tanzten auf der Bühne für knapp eineinhalb Stunden und nahmen die politische Führung und sozialen Missstände des Landes aufs Korn. Dazu hervorragend geschneiderte Kostüme.
Itaipu / Staudamm
22. Februar 2010Ich wollte noch den Artikel für Itaipu nachreichen:
Itaipu liegt in Brasilien, nahe den Wasserfällen von Iguazu an der Stadt Foz de Iguazu. Dieser Staudamm ist von der Jahresproduktion der grösste der Welt. Die Mögliche Erzeugungsleistungs wird aber vom Drei-Schluchen-Staudamm in China geschlagen. Der Staudamm liefert derzeit 90% der Energie für Paraguay und ca. 25% der Energie für Brasilien. Als ich dort war, wurden gerade 9.200 MW Leistung erzeugt – zum Vergleich hat ein durchschnittliches Kohlekraftwerk in Deutschland gerade mal 500 MW Leistung. Die Cataratas in einen Staudamm zu verwandeln brächten ca. 500 MW Leistung. Mögliche Erzeugungsleistung wären bis zu 14.000 MW. Normal fliessen durch eine Turbine 720 m3 pro Sekunde.
Bildbeschreibungen:
- Das überflüssige Wasser wird in den Fluss abgeleitet
- Blick auf die Staumauer
- Blick von der Staumauer
- Die Schaltzentrale – die gelbe Linie unten markiert die Grenze zwischen Brasilien und Paraguay
- Die Generatorhalle – unter den gelben Kreisen sitzen sie
- Die Generatorwelle – gute 1,5 breit
Córdoba mal wieder
17. Februar 2010Wieder in Córdoba zurück. Irgendwie ist es doch schön an Standorte zu kommen die man kennt und mag. Gerne würde ich auch mal wieder nach Deutschland zurückkehren um im Schnee eine Schlacht zu spielen, aber ich kenne hier den Süden des Landes noch nicht und möchte ich gerne noch ein Praktikum (am liebsten in dieser Stadt) absolvieren. Ausserdem ist meine Kasse leer. Für Spenden bin ich offen.
Die Argentinier fressen ihre Rinder auf
10. Februar 2010Gerade lese ich eine Ausgabe des Argentinischen Tageblatts – eine deutsche Zeitung und konnte erfahren, dass die Argentinier mehr Rindviecher schlachten als nachkommen. Genaugenommen tötet man seit drei Jahren jeweils drei Millionen mehr Rinder als man könnte, nämlich knapp 16 Millionen an der Zahl. Das Ende ist also Nahe! Bald gibt es keine argentinischen Rinder mehr! Und dann noch was zu den Preisen: Hier kostet das Kilo Lomito 36 Pesos – in Deutschland etwa 40 Euro. Das kommt u.a. davon, dass die EU einen Strafzoll von über 100% auf das Fleisch legt. Der Fleischpreis, so meinte neulich ein hier lebender Deutscher – sein hier ein Politikum – steigende Fleischpreise seien tödlich für Politiker. Deswegen versucht die aktuelle Präsidentin den Menschen hier klarzumachen, dass Schweinefleisch durchaus gesünder sei als Rindfleisch (ich weiss ja nicht) und die Bürger doch mehr der guten Sau zu sich nehmen sollten.
Buenos Aires III
07. Februar 2010Ach bin mal wieder in Buenos Aires. Irgendwie doch ganz interessant und unuebersichtlich. Ich bleibe hier wahrscheinlich bis Dienstag oder Mittwoch – je nachdem, was ich alles von meiner Liste abarbeiten kann. Sonderliche kulturelle Erfahrungen werden sich also nicht einstellen. In Palermo hab ich ein Hostel gefunden, teuer und kaputt, aber so ist Argentinien und BsAs.
Colonia del Sacramento
05. Februar 2010Ein beschauliches altes Dörfchen gegenüber von Buenos Aires. Gar nicht hektisch und doch reich an kulturellen Angeboten. Richtig Sehenswertes gibts hier aber nicht – nur viel Erholung. Morgen gehts mit dem Schnellbot nach BsAs und dann schaun mer mal, was die Partynacht so bringt…
Montevideo
05. Februar 2010Ja der Carneval in Montevideo ist ähnlich dem in Corrientes – es ziehen Gruppen umher, zuerst der Gruppenname mit Sponsoren, danach ein paar Verkleidete (mehr oder weniger Verkleidung – eher weniger, dafür mehr Haut) und anschliessend noch die Gruppe der Trommler – meistens so um die 100 an der Zahl. Ansonsten zahlt man mehr als das doppelte für ne Flasche Bier am Kiosko und Zimmer gabs ja auch keine. Freundlicherweise hatte mich der eine Hostelbesitzer aus der Conelli 935 mich mal duschen lassen und so konnte ich dem Vergnügen einige Stunden beiwohnen bevor ich den Bus nach Colonia del Sacramento um 5.00 Uhr nehmen konnte.
Bilder oder Videos gibts dann später…
Uruguay
04. Februar 2010Mittlerweile bin ich in Montevideo angekommen – aber die bieten keine Betten für reguläre Preise an. Umgerechnet 80 Arg Pesos sind mir ein bisschen viel für ein Bett in einem Zimmer mit anderen. Das ist doppelt so viel wie in Argentinien und viermal soviel wie in Bolivien und steht damit in keinem Verhältnis.
Entweder werde ich jetzt versuchen, einen Bus in der Nacht nach Colonia de Sacramento zu bekommen oder meinen Rucksack im Busbahnhof ins Schliessfach zu geben und die Nacht ohne Bett durchzufeiern…
… morgen gibts nen Bus zum Schlafen.
Peñas und Folkloremusik
02. Februar 2010Im Norden Argentiniens ist es recht Commun, dass die Jugend auf Folkloreabende geht und so bin auch ich mal in den Genuss anderer Musik gekommen. Damit ihr auch ein wenig Freude daran haben könnt, hab ich mal einige Titel hochgeladen. Man braucht den Windows-Media-Player, um die Dateien abzuspielen.
Und natürlich gelten die allgemeinen bekannten Urheberrechtsbedingungen usw und so fort.
Cataratas / Puerto de Iguazú
01. Februar 2010Das ist das turistische Ziel aller Reisender die in Argentinien, Uruguay, Brasilien und Paraguay zu besuch sind. Morgen früh mach ich mich mal zu den Wasserfällen auf und wenn dann noch Zeit ist, vielleicht auf die brasilianische Seite und auch noch nach Itaipu – nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China – das zweitgrösste Wasserkraftwerk der Welt. Danach sehen meine Planungen vor, dass ich mich Richtung Colonia in Uruguay aufmachen werde. Die Verbindung hier macht einen schnellen Eindruck, aber ich weiss nicht, ob ich Zeit habe, Bilder hochzuladen. Im Zweifelsfall lade ich mal alles in Córdoba hoch, aber das dauert dann noch so ca. zwei Wochen.
Also der Besuch heute morgen war schon ganz schön – das Wetter hat gestimmt und einmal vom Wasserfall nassmachen hab ich mich auch. Der Wermutstropfen bei der Sache war, dass Ausländer den stolzen Preis von 85 Pesos zahlen mussten, wogegen Einheimische zwischen 5 und 25 Pesos Eintritt bezahlen. Ich spreche mich also dafür aus, dass wenn ihr demnächst einen Argentinier trefft, dass selbiger auch den drei bis vierfachen Preis bezahlen sollte – die Leute scheinen Geld zu haben. Im übrigen ist mir das nicht das erste Mal passiert, dass man Ausländer besonders doll zur Kasse bittet.
Danke an das schnelle Cyber – eine Tür weiter:










































